Nachtwanderung zur Wintersonnenwende (21.12.2016)

Vorstellungsrunde bei der Wanderung zur Wintersonnenwende

Am Bahnhof Erkner haben wir uns am 21.12.2016 in lustiger Runde und mit sichtlicher Vorfreude zusammen gefunden. Kurz bevor der Sonnenuntergang um 15:54 Uhr begann, was den Start der Wanderung einläuten sollte, gab es noch eine kurze Vorstellungsrunde und dann nichts wie raus aus dem städtischen Lärm. Nach ca. 20 Minuten befanden wir uns bereits im Grünen und am ersten Picknickstand. Hier fand eine ausführlichere Vorstellungsrunde statt, bei der jeder Teilnehmer von seinem liebsten Outdoor-Erlebnis berichten sollte. Dann ging es noch ohne Taschenlampen weiter, es war gerade genug Sonnenlicht übrig. Im Licht der letzten Sonnenstrahlen des Tages konnten wir noch eine Schwanenfamilie auf dem leicht vereisten Wupatzsee beobachten. Hinter dem Wupatzsee überquerten wir die Löcknitz mithilfe einer hölzernen Brücke. Und dann wurde es langsam zu dunkel und wir packten unsere diversen Stirn- und Taschenlampen aus. Leuchtend ging es weiter durch den Wald der Löcknitz hinterher.

 

Die Außentemperaturen waren recht frostig, doch in Bewegung wurde einem warm. Und der Frost kam uns auch an mancher Stelle zu Gute, da der teilweise sehr matschige Weg wesentlich einfacher zu passieren war. Und auch in anderer Hinsicht hatten wir sehr großes Glück mit dem Wetter, es waren keinerlei Wolken zu sehen. So konnten wir einen Zwischenstopp an einer Wiese einlegen und uns der Sternenkunde widmen. Im Laufe der Wanderung wurden immer wieder mal Sternenkonstellationen gesichtet. Einige Teilnehmer hatten sogar das große Glück Sternschnuppen zu entdecken!

Blick auf die vereiste Löcknitz

Nach einigen gelaufenen Kilometern nahmen wir an passender Stelle eine kleine Abkürzung die Böschung hinunter. Da diese etwas steiler und in der Dunkelheit nicht zu unterschätzen ist, gab ich eine kurze Einweisung, wie man sich am sichersten auf solchem Gelände bewegt. Unmittelbar nach der zweiten Straßenquerung hielten wir kurz am Mahnmal der Opfer des Nationalsozialismus inne, um derer zu Gedenken. An einigen Stellen des Weges waren wir froh über unsere technische Navigationshilfe in Form eines GPS-Gerätes. Denn in der Dunkelheit hätte man einige Pfade vielleicht doch verfehlt.

 

Nach etwa 3 Stunden erreichten wir endlich die ersehnte 10 km Marke, die die große Pause einläutete. Dank der mitgebrachten Sitzunterlagen konnten sich alle trockenen und warmen Gesäßes niederlassen und sich an dem mitgebrachten Tee und Obst stärken.  Währenddessen erzählte ich Wissenswertes über die Wintersonnenwende.

Lagerfeuer mit Stockbrot und Kesselsuppe

Nun starteten wir das Experiment: völlige Dunkelheit! Um zu veranschaulichen, wieso die Wintersonnenwende damals für die Menschen so wichtig war und warum es als Fest der Wiedergeburt des Lichtes gilt, löschten alle ihre Lichter. Damit sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen konnten, standen wir erst einige Minuten in der Dunkelheit. Der vor uns liegende Streckenabschnitt war wegen des dichten Bewuchses stockdunkel, perfekt um sich wie im Mittelalter zu fühlen. Die Teilnehmer sollten nun die nächsten paar Hundert Meter durch den Wald laufen, jeder für sich und ohne künstliches Licht. Auf circa der Hälfte des Weges lichtete sich der Wald und es wurde dank des klaren und sternenüberzogenen Himmels um einiges heller - eine Versinnbildlichung der Wiedergeburt des Lichtes. Dieser Abschnitt war für alle ein einzigartiges Erlebnis. Nach diesem  hatten sich alle so weit an die Dunkelheit gewöhnt, dass beschlossen wurde auch den restlichen Weg ohne künstliches Licht zu absolvieren.

 

Nach circa 2 weiteren Stunden erreichten wir endlich den angestrebten Zielpunkt in Hangelsberg. Wir bauten schnell und koordiniert das Camp auf, das Feuer war kurz darauf ebenfalls entfacht und jeder ging auf die Suche nach einem geeigneten Stock für sein Stockbrot. Die Suppe wurde in einem Kessel über dem Feuer erwärmt und konnte auch bald verköstigt werden. Leider hatten wir uns zeitlich etwas verschätzt und so wurde es bald Mitternacht und der letzte Zug Richtung Berlin fuhr bald. Nachdem alle ihre Ausrüstung zusammen gepackt hatten, durfte jeder Teilnehmer zum Abschluss noch eine Orakelkarte als Sinnbild für den neuen Zyklus ziehen.

 

Insgesamt war es eine sehr gemütliche und doch anspruchsvolle Wanderung durch das Löcknitztal. Während vieler teils geplanter und teils spontaner Stopps konnten wir die Natur bewundern, unser Wissen erweitern und eine einzigartige Nacht erleben.