Winter Challenge (21.02.-25.02.2018)

angeboten und durchgeführt von http://aktywni-365.pl/

Wer möchte nicht gerne Mal eine richtig schöne mehrtägige Wanderung in Schnee und Eiseskälte mit bis zu -16°C machen und dabei zelten? 

 

Richtig - Niemand!   

 

Wir haben es trotzdem getan.

Mittwoch (Anreise+Seilbahn hoch)

Mittags machten wir uns auf den Weg ins polnische Küstrin. Mit einem kurzen Abstecher in den Supermarkt sind wir dann wie geplant gegen 14:00 Uhr bei Janusz, der Anbieter und Guide der Winter Challenge, auf dem Grundstück angekommen. Nach einer herzlichen Begrüßung mit einem Tee zeigte er uns die Ausrüstung und wir durften unsere Sachen in die Gepäckschlitten umpacken. Diese waren wirklich riesig! Ich war vom ersten Moment an begeistert. Es sollte sich an den folgenden Tagen noch zeigen wie praktisch und spaßig dieses tatsächlich sein würden.

Nachdem wir gepackt hatten, luden wir bereits auch schon alle Schlitten in seinen Transporter ein. Wir verließen das Grundstück und machten uns auf die etwa vierstündige Autofahrt nach Swieradow (Bad Flinsberg) im Isergebirge.

Nach ein paar Zwischenstopps kamen wir endlich gegen 19:30 Uhr an der Kabinenbahn Ski&Sun an, wo uns die restlichen zwei Mitglieder unserer Truppe erwarteten. Hier spürten wir zum ersten Mal die Kälte welche bei etwa -8°C wie ein Messer durch unsere Kleidung schnitt. Die ersten Erfrierungsgedanken waren unvermeidbar und omnipräsent 😉. Nach dem Ausladen und dem Parken der Autos beluden wir die Kabinen der Kabelbahn mit unseren Schlitten und machten uns in der Dunkelheit auf den gemütlichen Weg den Berg hinauf. Oben angekommen liefen wir direkt los um uns einen Schlafplatz außerhalb der touristischen Skistrecken zu suchen

Gegen 21:30 Uhr fanden wir dann auch einen geeigneten Platz und begannen im Stockdunkeln nur mit unseren Stirnlampen leuchtend die Ebene für unsere Zelte frei zu schaufeln. Nach sehr spaßigen anderthalb Stunden im Schnee graben waren wir auch endlich soweit um uns in die sehr kuscheligen Schlafsäcke zu begeben. Das Abendessen fiel aus, da wir alle keine Lust mehr hatten bei dem Schnee und Wind noch draußen zu sitzen und uns etwa zuzubereiten. Hier bevorzugten wir die schnelle Mahlzeit aus selbstgemachten Keksen und anderen fertigen Snacks.

Donnerstag (15,5km / 7h / 3h40 ohne Pausen)

Die erste Nacht überstanden wir sehr gut, niemandem war etwas erfroren und wir schliefen so gut wie es nun mal in einem Zelt geht. Leider hatten sich die Witterungsbedingungen nicht verbessert, nein es wurde sogar über Nacht noch kälter, nun waren wir bei ca. -10°C angelangt. Keinen Gedanken an das Frühstück verschenkend, brachen wir unser Camp so schnell wie möglich ab, um in Bewegung zu kommen und somit genug Wärme zu erzeugen um dem Erfrierungstod zu entgehen. Nachdem wir aus der Wetterseite des Berges raus und von dichterem Wald umgeben waren, wurde es langsam auch angenehmer bei diesen Temperaturen draußen zu sein und man träumte nicht mehr unentwegt von einer heißen Badewanne.

Panoramabild Aussichtsturm 360° [Klick Klick!]
Panoramabild Aussichtsturm 360° [Klick Klick!]

Gegen 11:00 Uhr erreichten wir einen alten Aussichtsturm (phänomenale Aussicht!). Laut dortigem Thermometer hatten wir mittlerweile -12°C, im windstillen Turmes genossen wir dann ein spätes Frühstück und einen heißen Tee und freuten uns über die angenehmen -6°C des Inneren. Unglaublich wie warm sich -6°C anfühlen können, bevor wir den Blick auf das Thermometer im Inneren geworfen hatten, waren wir uns totsicher es seien Plusgrade darin.

Eines der absoluten Highlights an diesem und den kommenden Tagen war die Belohnung nach dem ersteigen der Höhenmeter im Isergebirge. Da wir praktisch aus jedem Abstieg eine Abfahrt mit den Gepäckschlitten machten!

Das wirklich beste Erlebnis und definitiv unschlagbare Ereignis auf dieser Tour. Die vielen kurzen und langen und steilen und flachen Abfahrten mit den Gepäckschlitten sind etwas auf das man sich richtig freuen kann!

Unser Rekord sind um die 50km/h gewesen 😉 mit GPS gemessen.Nach einer dieser rasanten Abfahrten, stiegen wir den nächsten Berg wieder auf. Dort waren Felsformationen die uns zum einen eine weitere wunderschöne Winterlandschaft Aussicht und zum anderen einen Campplatz für die Nacht inklusive einer windstillen Küchennische boten.

Kleiner Tipp: wenn man gerne buddelt und die Schneetiefe es zulässt, kann man im Vorzelt so viel graben das man eine gute Steh- und/oder Sitzhöhe erreicht. Dies erleichtert das be-/entkleiden sowie das Aus-&anziehen der Schuhe.

Freitag (11,5km / 5h / 2h17 ohne Pausen)

Die Nacht war wieder so kalt das sich unser Atem an der Zeltinnenseite als Raureif absetze. Nichtsdestotrotz waren wir in den Schlafsäcken von Janusz sehr gut und warm aufgehoben. Auch heute ließen wir das Frühstück ausfallen und bauten lieber schnell unser Camp ab um in Bewegung zu kommen. An diesem Tag sollte ein weiteres Highlight der Tour erreicht werden, beziehungsweiße sogar zwei! Erstens das Mittagessen in Jizerka in einem schönen warmen Restaurant und zum zweiten die Übernachtung inklusive Sauna in der Herberge Orle. Das Essen im Restaurant war sehr lecker und das dazu bestellte Bier umso besser als Abwechslung zum sonst eiskalten Wasser und dem zu heißen Tee. 

Am frühen Nachmittag erreichten wir die Herberge Orle und mussten dann feststellen, dass Janusz zwar hervorragende Kontakte hat, es aber nichts bringt wenn diese noch nicht im Hause sind. So vertrieben wir uns draußen mit den Gepäckschlitten bei einer kurzen aber sehr schön vereisten Abfahrt die Zeit. In der Herberge haben wir uns dann erstmal bei Bier und Speis aufgewärmt und sind dann rüber in unsere Unterkunft, welche sich in einem Nebengebäude befand. Dort hatten wir sogar genug Platz um die Gepäckschlitten mit rein zu nehmen, wodurch wir endlich mal unsere Sachen komplett auftauen und trocknen konnten. Nachdem wir uns alle eine Dusche gegönnt hatten sind wir dann in die Sauna…anfangs waren wir noch allein, beim dritten Durchgang waren es bereits 22 Menschen, was uns dann doch etwas zu voll wurde und wir beschlossen es bei drei Durchgängen zu belassen. Das eiskalte Bachwasser zum Abkühlen war sehr erholsam und es ist schon ein einzigartiges Erlebnis barfuß Nachts im Dunkeln nur mit der Badehose bekleidet mehrere dutzend Meter zur Unterkunft zu sprinten.

Samstag (10,5km / 3h15 / 2h20 ohne Pausen)

Erstaunlicherweise ging es den meisten aus unserer Truppe gleich: die Nacht in den Zelten war bequemer als in den Herbergsbetten. Trotzdem war es ein angenehmer Schlaf gewesen da man mal ohne Mütze und ohne gefrorenen Atem ruhen konnte.

Aus gesundheitlichen Gründen (einer mit Fußwunde und einer erkältet) beschlossen wir für diesen Tag nicht die große geplante Runde sondern eine etwas kürzere zum Tagesziel zu wandern. Trotzdem mussten wir auf schöne Abfahrten mit dem Schlitten nicht verzichten. Und nach ein paar Stunden gelangten wir bereits zu dem Waldstück in der Nähe der abgelegenen Gaststätte in dem wir campen wollten. Nach dem Aufwärmen und dem Abendessen am Kamin errichteten wir unsere Zelte in einem windstillen Teil des Waldes. Den Abend ließen wir dann gemütlich in der Gaststätte ausklingen. Die kommende Nacht sollte mit -16°C unsere bisher kälteste Nacht werden.

Sonntag (8,6km / 1h40 / 1h13 ohne Pausen)

Wie jedem morgen verließen wir gegen 8:00 Uhr unsere Zelte und bauten das Camp ab, bis 10:00 Uhr genossen wir die Wärme und das Frühstück der Gaststätte. Und dann ging es schon auf die letzte Wanderung zurück nach Swieradow (Bad Flinsberg).

Etwas wehmütig stapfen wir die Berge hinauf, um dann voller kindlicher Freude eben diese wieder auf der anderen Seite runterzurutschen. Nach zwei Rutschfahrten war dann unser Trip auch gänzlich vorbei. Im Tal angelangen erfreuten wir uns der warmen Schnee- und eisfreien Temperaturen. Janusz  holte den Transporter und fuhr uns zum Grand Final zum Forellenhof. Die Forelle war als ungeübter zwar sehr umständlich zu essen, aber umso leckerer. Gegen 15:00 Uhr fuhren wir gen Heimat. 


Sternschnuppen-Wanderung (12.08.-13.08.2017)

Bahnhof Zossen, ca. 21:00 Uhr

Endlich war es so weit. Die Teilnehmer rückten mit Bahn und Auto pünktlich an, sodass wir gleich in eine Vorstellungsrunde starten konnte. Ich wollte von den Teilnehmern nicht nur die üblichen Sachen wissen wie u.a. den Namen sondern auch wann sie das letzte Mal Sternschnuppen gesehen hatten. Hierbei kam heraus, dass wir sogar einige Sternschnuppen-Jungfrauen dabei hatten ;-)

Wir starteten unsere circa 6 Kilometer lange Wanderung. Der erste Teil der Strecke führte uns durch die Highlights von Zossen. So kamen wir durch den Stadt Park mit einer schön beleuchteten Brücke über den Nottekanal. Der Park ging in die Zossener Altstadt über, vorbei an dem alten Torfhaus, der Dreifaltigskeitskirche und dem historischen Marktplatz.

Danach folgten wir dem Weg bis zum Rand von Zossen, dort warteten Wiesen und Nieselregen auf uns.

Start in Dublin

Die Wiesen gingen langsam in Wälder über und es machte sich langsam ein Anstieg bemerkbar. Teil des Weges sollte der stolze 77 Meter hohe Mühlenberg sein. Die Geschwindigkeit der Gruppe ging merklich runter. Von dort folgten wir dem Weg vorbei an einem Funkturm bis nach mehrere Abzweigungen unser Ziel und der bereitgestellte Pkw vor uns auftauchten. 

Am Auto schnappte sich jeder ein Teil der Ausrüstung und folgte mir zu unserem Lagerplatz oben auf den Panoramabergen. Dort angekommen errichteten wir gemeinsam schnell das Tipi und brachten uns vor dem Wind und leichten Regen in Sicherheit.

Um uns aufzuwärmen bot ich der Gruppe heißes Wasser und Tassensuppen an. Nachdem jeder etwas zu sich genommen hatte, zeigte ich in der Gruppe wie man aus Paracord ein Armband mit Mad-Max-Verschluss flechtet. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ging der Großteil der Flechtkunst aber leicht von der Hand, so dass zum Schluss jeder mit einem Paracord-Armband ausgestattet war. 

 

nächtliches Feuer
Zwei Lichtquellen in der Nacht

 Gegen 1 Uhr wurden draußen die ersten Sternschnuppen beobachtet, woraufhin wir die Feuerschale draußen anheizten. Zum Glück hatte es mittlerweile aufgehört zu regnen und der Himmel war großteils unbedeckt. Gegen die nächtliche Kälte hatte ich zusätzliche Fleecedecken mitgebracht, welche mit großer Freude genutzt wurden. Im Verlauf der Nacht konnten mehrere Dutzend Sternschnuppen gesichtet werden. Besonders eine ist mir in Erinnerung geblieben, da sie gefühlt noch mehrere Sekunden am Himmel nachglühte.  

Als die Sternschnuppen weniger wurden, sorgte ich noch für ein letztes Highlight - ein magisches Feuer!

Das Feuer brannte so über anderthalb Stunden bis wir es gegen 5 Uhr früh löschten und wir unser Camp wieder abbauten. 

 

 

 

Nach einer langen aber sehr schönen Nacht kamen wir rechtzeitig zum Zug am Bahnhof an.


Wildes Irland (02.06.-05.06.2017)

Start in Dublin

Tag 1, Ankunft in Dublin

Nach einem kurzen 2-stündigen Flug erreichten wir endlich und mit viel Vorfreude Dublin. Die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt und schon warteten wir mit unserem Gepäck auf den letzten Teilnehmer. Nachdem wir uns gefunden hatten, nahmen wir den Bus in die Stadt um letzte Einkäufe zu erledigen.

Glendalough Valley
Glendalough Valley

Die Taxifahrt zu unserem Startpunkt gestaltete sich schwieriger als gedacht. Unser Taxifahrer, ein alter Ire, sprach zwar englisch, jedoch mit einem so starken Dialekt, dass eine Verständigung fast unmöglich war. Irgendwie schafften wir es aber doch, ihm begreiflich zu machen wohin wir wollten. Sodass wir nach einer guten Stunde an unserem Startpunkt in Glendalough ankamen. Bevor wir unsere Rucksäcke schulterten und unsere Wanderung begann, machten wir noch einen Abstecher durch das kulturhistorische Glendalough Valley. Ein Holzplankenweg führte uns durch das Tal, vorbei am malerischen Lower Lake.

Die Wanderschabe des St. Kevin's Way
Die Wanderschabe des St. Kevin's Way

Nach diesem kulturhistorischen Ausflug begaben wir uns auf den etwa dreistündigen Weg zu unserem ersten Lagerplatz. Um uns erst einmal einzlaufen, wollten wir auf den ersten Kilometern dem St. Kevin's Way folgen (wir nannten ihn auch den Wanderschaben-Weg, siehe Foto) und verzichteten darauf querfeldein zu wandern. Unglücklicherweise verpassten wir zwar den Anfang des Weges, doch auf dem unfreiwilligen Abstecher kamen wir an einem Eiswagen vorbei und konnten so eine gemütliche Pause mit leckerem, irischen Eis einlegen. Glück im Unglück. Nachdem wir auf unsere eigentliche Route zurückgefunden hatten, konnte wir eine alte Ruine bewundern. Und von da an ging es stetig bergauf. Unser Weg verjüngte sich, bis er nur noch ein Pfad durch Geröllfelder war. So anstrengend der Marsch auch war, die Landschaften und der Ausblick waren die Mühen wert.

Wandern in den Wicklow Mountains

Angekommen im Waldstück, in dem wir nächtigen wollten, suchten wir erst einmal einen geeigneten Lagerplatz für ein Zelt und mehrere Hängematten. Aufhängungsmöglichkeiten für die Hängematten gab es mehr als genügend, ein Wald besteht schließlich aus Bäumen. Eine ebene, ausreichend große Fläche für das Zelt zu finden, war schon schwieriger. Nachdem wir einem Bachlauf einige Zeit gefolgt waren, konnten wir jedoch auch dieses Problem lösen.

Lagerplatz Tag 1

Da unser Lagerplatz direkt an einem Bachlauf gelegen war, hatten wir keine Probleme mit der Wasserversorgung. Das Wasser war zwar bräunlich, aber köstlich. Da es sehr quellnah entnommen wurde, konnten wir es ohne Bedenken trinken und zum Kochen verwenden. Nach einer Tagesstrecke von guten 11 Kilometern und 450 Kilometern konnten wir unsere Füße hochlegen und die unberührte Natur genießen. Lediglich die Midgets waren zum Abend hin sehr nervig.

Bergwandern in den Wicklow Mountains

Tag 2, Crossing Wicklow Mountains

Der Morgen des ersten Tages gestaltete sich sehr gemütlich. Wir bereiteten unser English Breakfast vor, mit Scrambled Eggs, Fladen und Baked Beans, genug für uns alle um ordentlich satt zu werden. Wir genossen das Frühstück, während die Midgets unser Blut genossen.

Mit der heutigen Tour startete ich auch die Ausbildung der Teilnehmer an der Karte. Sie sollten lernen das Gelände aus der Karte lesen zu können und mit der realen Welt abzugleichen.

Für jedes Wetter gerüstet
Für jedes Wetter gerüstet

Außerdem sollten sowohl die Distanzen als auch die Höhenmeter aus der Karte zu einem vorgegebenen Ziel abgelesen werden. Im Anschluss an die Übungen übernahm der erste Teilnehmer die Führung und bestimmte den Weg zum ersten Zwischenziel. Nach etwa einer Stunde Kampf durch dichtes Unterholz erreichten wir die offene Heidelandschaft mit feuchtem Grund.

Blick auf den Lough Ouler
Blick auf den Lough Ouler

Der Weg führte uns bis hinauf auf den Gipfel vom Mount Tonelagee. Da diese Insel für ihr feuchtes Klima bekannt ist, wurden wir auch prompt von einem Schauer begrüßt.

Auf dem Gipfel genossen wir die hervorragende Aussicht und machten uns dann auf Richtung Lough Ouler (Bild rechts). Nach dem romantischen Ausblick auf den Herzsee wanderten wir weiter zum Glenmacness Waterfall zu gelangen. Nach einer ausgiebigen Pause am Wasserfall starteten wir die letzte Etappe zu unserem Tagesziel, das im Wald hinter dem nächsten Berg lag.

Logan's Way
Logan's Way

Nachdem wir auch den letzten Gipfel des Tages überquert hatten, erreichten wir das Waldstück in dem wir unser Lager aufbauen wollten. Statt uns durch das Unterholz zu kämpfen, liefen wir am Waldrand entlang um an der richtigen Position einzuschneiden. Der Plan ging auf und wir ersparten uns einen mühseligen Kampf durch dichtes Unterholz. Nach dem Einschneiden gelangten wir an einen Flußlauf und zu unserer Überraschung entdeckten wir dort sogar einen ausgeschilderten Pfad.

Lagerplatz Tag 2

Die letzte Etappe am Waldrand und dem Flußlauf entlang war idyllisch, fast schon romantisch und so genossen wir die letzten paar Meter. Wir wollten uns schon im Nadelwald niederlassen, als wir um die nächste Flußbiegung ein paar Laubbäume sahen. Ein Glück für uns, denn dieser Lagerplatz war bei weitem der schönste auf der ganzen Tour! Nachdem wir das Camp aufgebaut, das Abendbrot zubereitet und den Tag Revue passiert lassen hatten, kuschelten wir uns in unsere Hängematten bzw. Zelte. Leises Wasserrauschen und das Geräusch von leichtem Regen wiegten uns in den Schlaf - Erholung pur.

Morgenstimmung in Irland
Morgenstimmung in Irland

Tag 3, Irlands grüne Weiden

Wir entschieden uns diesmal unser Frühstück später einzunehmen und packten nach dem Aufstehen schnell unsere Sachen und wanderten los. Uns begrüßten im morgendlichen Sonnenschein die wunderschönen grünen Weiden Irlands und versüßten uns mit ihrem Anblick den Tag. Die Schafe waren erstaunlich zutraulich, auch wenn sie sich nicht streicheln ließen! Zu unserem Leidwesen waren wir aber ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die einzigen Wanderer.

Loch Dan
Loch Dan

Unsere Herausforderung am dritten Tag war es, einen Weg linksseitig des Loch Dan zu finden. In der Hoffnung den Zufluss links vom See überqueren zu können, machten wir uns auf den Weg. Am See angekommen, mussten wir leider feststellen, dass das Wasser zu tief war um durchzuwaten und zum Schwimmen zu kalt (wir haben es aber versucht!). Also mussten wir fast den kompletten Weg zurücklaufen, bis zu einer geeigneten Stelle um den Fluss zu überqueren. Auf der anderen Seite erwartete uns freudigerweise ein schöner Weg, der uns an der nordwestlichen Seite des Loch Dan entlangführte. Andernfalls wären es sehr anstrengende Meter durch das dornige Unterholz gewesen.

Pancacke-Frühstück beim Loch Dan
Pancacke-Frühstück beim Loch Dan

Irgendwann führte uns der Weg weg vom Loch Dan und an einer kleinen Ruine vorbei, welche uns zum Verweilen einlud. So entschlossen wir uns unser verspätetes Frühstück dort einzunehmen. Inmitten wunderschöner Natur, umgeben von See und Bachlauf genossen wir köstliche Pancackes mit Sirup. Etwas Luxus abseits der Zivilisation darf auch mal sein.

 

Nach dieser köstlichen Pause folgten wir dem Weg Richtung Wicklow Way und füllten, uns zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, ein letztes Mal unsere Wasservorräte. Am Wicklow Way angekommen, überquerten wir eine hoch gelegene Passage der Wicklow Mountains. Hier wurden wir gegen Ende doch noch von einem aufziehenden Gewitter eingeholt. Die Gewitterfront konnten wir auf den Bergkuppen schon den Großteil des Tages gut beobachten. Zu guter Letzt holte sie uns aber doch ein. Wie sagt man so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Da wir gut ausgerüstet waren, ließen wir uns die Laune nicht verderben.

Lagerplatz Tag 3

Nachdem wir das Gewitter überstanden und die letzten Meter hinter uns gebracht hatten, suchten wir wie jeden Abend einen geeigneten Lagerplatz. Wir richteten uns häuslich ein und suchten dann die auf der Karte eingezeichnete Wasserquelle auf... oh schreck, der Bach war versiegt. So mussten wir mit den Wasservorräten vom Mittag zurecht kommen, ein echtes Wildnis- und Survivalerlebnis. Trotz allem waren wir gut genug vorbereitet und hatten genügend Wasser für das Abendessen und eine Ration Wasser für jeden.

Wandern auf dem Wicklow Way
Wandern auf dem Wicklow Way

Tag 4, Endspurt mit Happy End

Am letzten Tag folgten wir die ganze Zeit dem Wicklow Way. Dieser war sehr angenehm und einfach zu gehen, auch belohnte er uns regelmäßig mit schönen Ausblicken und die Landschaft war abwechslungsreich. Durch die Anstrengung der vergangenen Tage genossen wir es besonders auf so einfachen Wegen zu laufen. Auf dem Ende unserer Etappe fing es mal wieder an zu regnen.

Einkehr im Johnny Fox
Einkehr im Johnny Fox

Mit letzten Kräften legten wir die restlichen Meter zurück. Aber wir wurden belohnt, denn trotz des Feiertags konnten wir in den Johnny Fox einkehren, einer der ältesten Pubs Irland und der Höchstgelegene. Wir erfreuten uns der irischen Köstlichkeiten und genossen die Wärme und Windstille. Gesättigt und zufrieden fuhren wir mit dem Taxi nun durch den Regen zu unserem Hostel zurück, wo wir uns eine wohltuende Dusche gönnten.

 

Nach mehreren Tagen in der Wildnis schaut man wieder mit einem ganz anderen Blick auf die Selbstverstänlichkeiten des Alltags und kann sich schon an Kleinigkeiten erfreuen. Und das Kennenlernen der eigenen Grenzen lässt einen mit einem neuen Blick auf sich und sein Leben schauen. Die Gruppenerlebnisse, die unberührte Natur und der "Technik-Entzug" spenden Kraft und Energie, die man mit in seinen Alltag nimmt.


Neujahrswanderung (14.01.2017)

Aussicht vom Löwenberger Turm
Aussicht vom Löwenberger Turm

Wir versammelten uns zu früher Stund am Trebbiner Bahnhof. Da es nur eine Regiolinie dorthin gibt, hatten sich die Teilnehmer bereits im Zug bekannt gemacht. Dort nahm ich sie in Empfang und wir starteten die Vorstellungsrunde. Bei leichtem Schneetreiben begannen wir unsere Wanderung durch das verschlafenen Örtchen Trebbin. Noch in Trebbin hatte ich die Gelegenheit der Gruppe das erste Mal etwas Pflanzenkunde zu vermitteln. Kurz nach dem Verlassen der Ortschaft stoppten wir für die sog. Gurtrast um überflüssige Kleidungsschichten auszuziehen. Nach einer Stunde Wanderung erreichten wir den beeindruckenden Löwenberger Aussichtsturm, der sich auf dem 103 m hohen Löwendorfer Berg befindet. Als kleines Spiel sollte jeder Teilnehmer die Stufen zählen, die bis zur Plattform hoch gehen. Erstaunlicherweise gab es kein eindeutiges Ergebnis und jeder hatte unterschiedlich gezählt. Wir waren uns jedoch einig, dass es auf jeden Fall mehr also 105 Stufen waren.

Der zugefrorene und verzaubernde Blankensee
Der zugefrorene und verzaubernde Blankensee

Gute anderthalb Stunden später erreichten wir den Blankensee und die nach ihm benannte Ortschaft. Es hatte wieder angefangen leicht zu schneien und so wurden wir von einem sehr beeindruckendem Bild des Sees überrascht. Wie auf dem Foto zu sehen ist, war der komplette See zugefroren und durch den Schneefall zusammen mit den tief hängenden Wolken sah es aus wie das Ende der Welt. Wir waren alle schwer beeindruckt. Der Bohlensteg über den Blankensee lockte uns mit weiteren Eindrücken dieses Schauspiels.

 

Eine halbe Stunde hinter dem Ort erreichten wir das Seechen und den Vogelkundlerturm, der auch gleichzeitig unser Rastplatz sein sollte. Nachdem wir Platz genommen und etwas getrunken und gegessen hatten, erzählte ich Wissenswertes rund um die Neujahrsbräuche anderer Kulturen. Außerdem erfuhren die Teilnehmer noch wie Weihnachten, Neujahr und Heilige Drei Könige zusammenhingen. 

Anschließend hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit zwei Neujahrsbräuche selbst auszuprobieren. Zum einen der aus Italien bekannte Brauch zu jedem mitternächtlichen Glöckenschlag je eine Traube zu essen (Wer beim zwölften Schlag seine 12. Traube gegessen hatte, dem versprach das kommende Jahr Glück), die zweite Neujahrstradition stammte aus dem eisigen Russland. Hierbei schreibt man seinen Wunsch für das kommende Jahr auf einen Zettel, verbrennt diesen und trinkt dann die Asche -  so wird der Wunsch in Erfüllung gehen. Ich kann mit Stolz sagen, dass alle Teilnehmer sich für das Jahr 2017 auf viel Glück und die Erfüllung ihres Wunsches freuen können, da alle 12 Trauben und die Asche von jedem verzehrt wurden.

Kleine Tarpkunde
Kleine Tarpkunde

Nach der Mittagspause ging es nun weiter. Die Hälfte des Weges war geschafft und wir bewegten uns auf die Glauer Berge zu. An geeigneter Stelle konnten wir im Schnee hier und da unsere Fährtenleser-Fähigkeiten erproben und einige Tierspuren identifizieren. Als kleine Nachmittagspause bauten wir aus einem Tarp ein geschlossenes Zelt. Hierfür schnitzte jeder aus einem Stück Holz einen Zelthering. Zu fünft in dem Tarp-Zelt war es angenehm windstill und es wurde schnell warm.

Glauer Graben
Glauer Graben

Ein weiteres Highlight war der Gang durch eine grabenähnliche Furche in den Glauer Bergen, die uns allen das Gefühl gab wirklich in der Wildnis zu sein, statt irgendwo in Brandenburg. Der letze Teil der Strecke ging an Feldern und größeren Waldwegen entlang. Hier freuten wir uns über das knackende Eis unter unseren Füßen, als wir durch die zugefroren Pfützen gingen. Nach guten 7 Stunden Wanderung kamen wir unversehrt und mit teilweise müden Füßen wieder am Bahnhof Trebbin an und machten uns auf die Heimreise.


Nachtwanderung zur Wintersonnenwende (21.12.2016)

Vorstellungsrunde bei der Wanderung zur Wintersonnenwende

Am Bahnhof Erkner haben wir uns am 21.12.2016 in lustiger Runde und mit sichtlicher Vorfreude zusammen gefunden. Kurz bevor der Sonnenuntergang um 15:54 Uhr begann, was den Start der Wanderung einläuten sollte, gab es noch eine kurze Vorstellungsrunde und dann nichts wie raus aus dem städtischen Lärm. Nach ca. 20 Minuten befanden wir uns bereits im Grünen und am ersten Picknickstand. Hier fand eine ausführlichere Vorstellungsrunde statt, bei der jeder Teilnehmer von seinem liebsten Outdoor-Erlebnis berichten sollte. Dann ging es noch ohne Taschenlampen weiter, es war gerade genug Sonnenlicht übrig. Im Licht der letzten Sonnenstrahlen des Tages konnten wir noch eine Schwanenfamilie auf dem leicht vereisten Wupatzsee beobachten. Hinter dem Wupatzsee überquerten wir die Löcknitz mithilfe einer hölzernen Brücke. Und dann wurde es langsam zu dunkel und wir packten unsere diversen Stirn- und Taschenlampen aus. Leuchtend ging es weiter durch den Wald der Löcknitz hinterher.

 

Die Außentemperaturen waren recht frostig, doch in Bewegung wurde einem warm. Und der Frost kam uns auch an mancher Stelle zu Gute, da der teilweise sehr matschige Weg wesentlich einfacher zu passieren war. Und auch in anderer Hinsicht hatten wir sehr großes Glück mit dem Wetter, es waren keinerlei Wolken zu sehen. So konnten wir einen Zwischenstopp an einer Wiese einlegen und uns der Sternenkunde widmen. Im Laufe der Wanderung wurden immer wieder mal Sternenkonstellationen gesichtet. Einige Teilnehmer hatten sogar das große Glück Sternschnuppen zu entdecken!

Blick auf die vereiste Löcknitz

Nach einigen gelaufenen Kilometern nahmen wir an passender Stelle eine kleine Abkürzung die Böschung hinunter. Da diese etwas steiler und in der Dunkelheit nicht zu unterschätzen ist, gab ich eine kurze Einweisung, wie man sich am sichersten auf solchem Gelände bewegt. Unmittelbar nach der zweiten Straßenquerung hielten wir kurz am Mahnmal der Opfer des Nationalsozialismus inne, um derer zu Gedenken. An einigen Stellen des Weges waren wir froh über unsere technische Navigationshilfe in Form eines GPS-Gerätes. Denn in der Dunkelheit hätte man einige Pfade vielleicht doch verfehlt.

 

Nach etwa 3 Stunden erreichten wir endlich die ersehnte 10 km Marke, die die große Pause einläutete. Dank der mitgebrachten Sitzunterlagen konnten sich alle trockenen und warmen Gesäßes niederlassen und sich an dem mitgebrachten Tee und Obst stärken.  Währenddessen erzählte ich Wissenswertes über die Wintersonnenwende.

Lagerfeuer mit Stockbrot und Kesselsuppe

Nun starteten wir das Experiment: völlige Dunkelheit! Um zu veranschaulichen, wieso die Wintersonnenwende damals für die Menschen so wichtig war und warum es als Fest der Wiedergeburt des Lichtes gilt, löschten alle ihre Lichter. Damit sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen konnten, standen wir erst einige Minuten in der Dunkelheit. Der vor uns liegende Streckenabschnitt war wegen des dichten Bewuchses stockdunkel, perfekt um sich wie im Mittelalter zu fühlen. Die Teilnehmer sollten nun die nächsten paar Hundert Meter durch den Wald laufen, jeder für sich und ohne künstliches Licht. Auf circa der Hälfte des Weges lichtete sich der Wald und es wurde dank des klaren und sternenüberzogenen Himmels um einiges heller - eine Versinnbildlichung der Wiedergeburt des Lichtes. Dieser Abschnitt war für alle ein einzigartiges Erlebnis. Nach diesem  hatten sich alle so weit an die Dunkelheit gewöhnt, dass beschlossen wurde auch den restlichen Weg ohne künstliches Licht zu absolvieren.

 

Nach circa 2 weiteren Stunden erreichten wir endlich den angestrebten Zielpunkt in Hangelsberg. Wir bauten schnell und koordiniert das Camp auf, das Feuer war kurz darauf ebenfalls entfacht und jeder ging auf die Suche nach einem geeigneten Stock für sein Stockbrot. Die Suppe wurde in einem Kessel über dem Feuer erwärmt und konnte auch bald verköstigt werden. Leider hatten wir uns zeitlich etwas verschätzt und so wurde es bald Mitternacht und der letzte Zug Richtung Berlin fuhr bald. Nachdem alle ihre Ausrüstung zusammen gepackt hatten, durfte jeder Teilnehmer zum Abschluss noch eine Orakelkarte als Sinnbild für den neuen Zyklus ziehen.

 

Insgesamt war es eine sehr gemütliche und doch anspruchsvolle Wanderung durch das Löcknitztal. Während vieler teils geplanter und teils spontaner Stopps konnten wir die Natur bewundern, unser Wissen erweitern und eine einzigartige Nacht erleben.